Mal über den eigenen Zaun schauen

Die Homöopathie ist eine auf Erfahrung beruhende ganzheitliche Therapiemethode, die Ende des 18. Jahrhunderts von Dr. Samuel Hahnemann (1755-1843) entwickelt wurde. Der Homöopathie liegt eine komplexe, seit nunmehr über zweihundert Jahren gewissenhaft ausgearbeitete Systematik zugrunde. 

Die Immunkraft

oder Lebenskraft, hält den Menschen, wenn er gesund ist, im Gleichgewicht. Wir kennen den Terminus der Lebenskraft auch aus anderen Kulturkreisen (Akasha, Chi, Prana, Mana etc.) Erfährt diese Immunkraft eine Störung, so gerät der ganze Organismus aus dem Gleichgewicht und kann erkranken.

 

Krankheit bedeutet in der Homöopathie also immer eine Störung des gesamten Menschen.

Die Symptome 

die der Körper dann produziert (z.B. Migräne, Schmerzen, Fieber, Reizbarkeit, Ängste etc.) sind keine isolierten Krankheiten an sich, deshalb gibt es auch keine generellen Mittel gegen Fieber, Husten oder Kopfweh.

Jeder Mensch ist einzigartig und reagiert sehr individuell auf die Beschwerden.

 

Man begibt sich also auf die Suche nach einem Mittel, welches alle Symptome des Patienten abdeckt. 

Die Genesung 

kann darin bestehen, das innere Gleichgewicht wieder herzustellen. Dieser Prozess erfolgt durch einen Impuls, welches das homöopathische Arzneimittel an die Immunkraft setzt und folgt Gesetzmäßigkeiten, die der Therapeut begleitet und beurteilt. 


Die Wirkung homöopathischer Therapien ist weiterhin umstritten, da es vielfach an wissenschaftlichen Nachweisen fehlt. 

Als Napoleon 1813 geschlagen aus Russland floh, hinterließen seine Truppen in Europa nicht nur eine blutige Spur der Verwüstung, sondern auch eine durch Läuse übertragene Typhusepidemie. Die allgemeine Sterblichkeitsrate der Seuche lag bei 30%. Hahnemann, der zu der Zeit in Leipzig arbeitete, muss angesichts der Katastrophe im Akkord gearbeitet haben. Sein Erfolg mit der Homöopathie war durchschlagend. Von insgesamt 180 Typhuspatienten verlor er nur zwei. 

Diese gut belegte Leistung verschaffte seiner neuen Methode damals enormes Ansehen. 

Krankheitsbilder

Früh- und Neugeborene

leiden oft unter Anpassungs-Störungen, z.B. im Wärme-System, reagieren mit Trinkschwäche oder Problemen im Verdauungsapparat. 
Stillprobleme, Schlafstörungen oder Regulationsstörungen können die ersten Wochen sehr belasten. Manchmal beschwert ein traumatisches Erlebnis die sensible erste Phase des Lebens. 

Kinder und Jugendliche

leiden unter Ekzemen, Unverträglichkeiten. 

Hier sieht man in der Praxis auch Gedeihstörungen, Schlafstörungen, ausgeprägte Trotzphasen. Ältere Kinder zeigen Auffälligkeiten im Sozialverhalten: Extreme Schüchternheit, aggressive Tendenzen. ADHS oder Teilleistungs- Störungen erschweren den Alltag. Dazu kommen wiederkehrende Infekte.   

Erwachsene

leiden unter Kopfschmerz, Allergien, Infekten, Burnout, Erkrankungen des Bewegungsapparates, Ängsten, allg. Verstimmungen. Auch PMS, Menstruations-Beschwerden, unerfüllter Kinderwunsch, Beschwerden in der Schwangerschaft oder Schwierigkeiten während der Wechseljahre können zum therapeutischen Spektrum der Klassischen Homöopathie gehören. 

Grenzen hat die Homöopathie erreicht, 

wenn sie keine Reize mehr auf den Organismus ausüben kann. Dies ist der Fall, wenn Organe und Organsysteme sehr stark pathologisch verändert oder zerstört sind oder wenn so genannte krankheitserhaltende Umstände eine Heilung erschweren. Erkrankungen mit Nichtbildung von Hormonen (z.B. Wachstumshormone oder Insulin) oder degenerative Erkrankungen können homöopathische Medikamente nicht heilen. 

Besonders die Intensiv- und Notfallmedizin ist eine unverzichtbare Disziplin innerhalb der heutigen Medizin und leistet Außergewöhnliches. Mein Herz schlägt für die Intensivmedizin! 

Für den Behandlungsverlauf und das Outcome des Patienten ist die Reaktionsfähigkeit des Organismus mit entscheidend. 

Die Reaktionsfähigkeit (die Aktivierung der Immun- oder Lebenskraft) kann durch eine begleitende Therapie positiv unterstützt werden. 

Neben der 

wissenschaftlich orientierten konventionellen Medizin ist eine komplementäre Therapie ein großer, oft nicht genutzter, Gewinn für jeden Patienten.   

Schulmedizin 

ist in vielen Bereichen unersetzlich. Medizinisches Fachpersonal ist meist offen für eine homöopathische Therapie, welche die Selbstheilungskräfte der Patienten unterstützen kann. 

die Homöopathie 

und die Schulmedizin konkurrieren in der Praxis nicht miteinander, sie ergänzen sich zum Wohle des kleinen und großen Patienten. 

Deshalb ist mir eine enge interdisziplinäre Zusammenarbeit und ein reger Austausch sehr wichtig.

Bleibt der Wunsch, 

dass es im deutschsprachigen Raum immer mehr medizinisches Fachpersonal in Praxis und Klinik gibt, welches der Klassischen Homöopathie wohlwollend gegenübersteht und den Mut hat, auf nicht etablierten Wegen Erfahrungen zu machen.